Ohne Arbeitsspeicher geht nichts

Einleitend möchten wir direkt darauf aufmerksam machen, dass wir in dieser Dokumentation häufig nicht von Arbeitsspeicher, sondern von RAM sprechen. In der Dokumentation für Chiptypen können Sie die Definition von RAM nachlesen, ansonsten können Sie RAM vorläufig als ein Synonym von Arbeitsspeicher betrachten.

Arbeitsspeicher ist eine der Basiskomponenten in jedem Computer. In aller Regel ist sogar eine Inbetriebnahme des Computers auf einfachster Ebene unmöglich, solange kein RAM, oder fehlerhafte Module eingesetzt sind. In so einem Fall meldet sich das BIOS direkt nach dem Einschalten mit einem akustischen Signal ab und schaltet den Rechner wieder aus.

Weil Informationen aus dem Arbeitsspeicher sehr schnell verfügbar sind, bevorzugt der Prozessor den Arbeitsspeicher als Informationsquelle. Dies gilt besonders für Daten, die nur für ein bestimmtes Programm verfügbar sein sollen und nach einem Neustart nicht mehr benötigt werden.

Zu diesen gehören natürlich Informationen von Benutzeranwendungen, wie Textverarbeitungen, Multimedia- und Entwicklungsprogrammen und Spielen. Kein einziges Programm kommt, oder kam jemals wieder nach der Abschaffung von Lochkarten, ohne Arbeitsspeicher aus. Aber selbst – und gerade – das Betriebssystem verwendet Arbeitsspeicher für die Verwaltung von Prozessen.

So ist es nahezu allen Betriebssystemen gleich, dass die grundlegenden Informationen, wie z.B. Gerätetreiber, in den Arbeitsspeicher geladen werden, um für den Prozessor zur schnellen Verfügung zu stehen. Bei der neuen Version von Windows Vista ist Microsoft noch einen Schritt weitergegangen und lässt ganze Teile des Betriebssystems, wie z.B. die grafische Oberfläche Aero, nach Möglichkeit vollständig in den Arbeitsspeicher laden.

Bei einer Belastung dieser Größenordnung ist es offensichtlich, dass die Frage nach gutem Arbeitsspeicher keine Sache von gestern ist. Wer auf so einem System dann noch hardwareintensive Anwendungen wie Onlinerollenspiele, Tonstudios oder Bildbearbeitungsprogramme benutzen möchte, kann sich getrost auf Arbeitsspeicheranforderungen im Bereich über 2GB einstellen.

Bei kaum einer anderen Komponente des Computers ist man mehr dazu angehalten, am Puls der Entwicklung und auf dem neuesten Stand zu bleiben, wie beim RAM. Wie wir sehen und auch noch sehen werden, wird Arbeitsspeicher überall und immer mehr gebraucht.

Allgemein kann festgehalten werden, dass mehr Arbeitsspeicher besser, und weniger Arbeitsspeicher schlechter für ein System ist. Lesen Sie weiter um zu erfahren, warum diese Entwicklung stattfindet, worin der Unterschied zwischen Hauptspeicher und Festplattenspeicher liegt und warum nicht einfach die Festplatte als Arbeitsspeichermedium verwendet werden kann und soll, um den – möglicherweise viel teureren Arbeitsspeicher – zu ersetzen.